Sonntag, 13. Mai 2018

Halbmarathon 2018, eine kritische Analyse

Hallo zusammen,
da bin ich ihn nun gelaufen. Meinen dritten Halbmarathon.
Ich habe trainiert, ich habe mich vorbereitet, hatte einen Plan aber nichts davon ging auf.



Nun bin ich so einer, der sich fragt warum?
Meinen ersten HM lieft ich mit 2 Stunden und 11 Minuten, den Zweiten mit 2 Stunden und 13 Minuten aber gestern waren es 2 Stunden und 36 Minuten.
Werde ich zu alt für so was?
War ich doch nicht gut vorbereitet?
Was habe ich denn falsch gemacht?
Gehen wir mal ein paar Schritte zurück.
Mein Plan war es eigentlich einen Marathon zu laufen aber eine hartnäckige Zerrung hat den Traum platzen lassen.
Wenn man so etwas mal hatte horcht man permanent in seinen Körper hinein und hofft, dass es nicht wieder kommt. Das hemmt das eigentliche Vorhaben.
Aber ich fühlte mich fit und mental richtig gut.
Mein Plan war mit einer Zeit zwischen 6:20 und 6:30 pro Kilometer zu laufen.
Nun gibt es bei diesen großen Veranstaltungen zum Glück Pacemaker, die versuchen konstant eine Geschwindigkeit zu laufen. Sechs von diesen habe ich getroffen und gleich gefragt was für eine Pace sie machen. Antwort, wir laufen um die 6:25. Perfekt dachte ich mir, genau mein Tempo. Aber es kam ganz anders.
Den ersten Kilometer liefen sie mit 6:20. Okay, bei 10000 Läufern/innen muss es sich erst einmal einpendeln. Aber Kilometer zwei und drei machten sie eine Pace von 6:10. Auf Nachfrage hieß es nur, das muss so sein. Doch als sie mit 5:50 davon zogen war Schluss mit lustig. Ich sah nur noch ihre Fahnen hin und her wackeln. Aber diese ersten vier Kilometer sollte ich später bitter bezahlen.
Das Wetter war sehr schön aber leider recht warm, 26 Grad, und die Luftfeuchtigkeit war hoch. Aber ich hatte vorgesorgt, dachte ich zumindestens. Extra für den HM hab ich mir einen Trinkrucksack besorgt. Das Trinken an den Versorgungsstationen finde ich umständlich, zu mal ich das Trinken aus einem Becher während ich laufe nicht drauf habe. Dieser Rucksack wurde mir zum Verhängnis.
Bis Kilometer 12 war noch alles okay. Dann machten sich aber die 4 Kilometer mit den Pacemakern bemerkbar. Ich war zu schnell gestartet. Es wäre hier leicht denen die Schuld zu geben aber ich habe selbst eine Laufuhr und hätte mich nur an meinen Plan halten müssen. Nicht gemacht, selber Schuld.
Nun kamen auch noch Rückenschmerzen dazu.
Rückenschmerzen?
Hatte ich noch nie.
Was geht hier ab, habe ich mich gefragt.
Ich bin ein Meister im ignorieren, besonders wenn es im körperliche Probleme geht aber hier steigerte sich die Angelegenheit. Bis Kilometer 15 konnte ich es aushalten aber dann konnte ich kaum noch atmen. Die Schmerzen waren extrem.
Aber wieso? Warum?
Es war der Rucksack. Den hatte ich neu und nur einmal getestet.
Ein riesen Fehler. Meine Rückenmuskulatur verkrampfte total.
Ich musste teilweise gehen. Zum anderen hatte ich mir auch noch Blasen an den Zehen gelaufen aber die waren definitiv nichts zu den Rückenschmerzen.
Also Kilometer 15 bis 18 waren die Hölle.
Zum Glück sind Läufer/innen eine coole Gemeinschaft.
Jeder versucht jeden mitzunehmen.
Die Unterstützung untereinander, obwohl man sich nicht kennt, finde ich einmalig.
Ich wollte schon aufgeben. Mich irgendwo in eine Ecke setzen, zusammenkauern und warten bis alles vorbei ist. Es war ein Kampf gegen mich selbst.
Ab Kilometer 18 bin ich dann in kleineren Schritten einfach weiter gelaufen.
Nun ging es wieder rein nach Mannheim.
Es ist unglaublich wie die Menschen an den Straßen einen beeinflussen können.
als würden sie merken, dass es dir nicht gut geht.
Sie rufen deinen Namen, feuern dich an, reden dir gut zu.
Das hilft, das pusht!
Bis 400 Meter vorm Ziel bin ich in diesen kleinen Schritten einfach weiter gelaufen. Hab noch ein paar Geher angefeuert und dachte mir, reicht es für einen Zielsprint. Der Körper schreit regelrecht NEIN! Aber ich wollte.
Ich merke wie ein Ehepaar immer näher kam. Der Mann war schon neben mir und seine Frau war nur Zentimeter hinter mir.
Es gibt eine 100 Meter Sprintstrecke bis zum Ziel und als der Mann zu seiner Frau sagte los, habe ich alles rausgeholt.
Ich dachte mir, NE, ihr nicht!
Ich habe den Sprint gemacht. 6 Leute überholt und die Menschen im Zielbereich haben mich angefeuert wie ich es noch nie erlebt habe.


Dieser Halbmarathon war hart. Fehler habe ich selbst gemacht. Okay, die Pacemaker haben sich nicht an die Zeiten gehalten aber hätte ich selbst machen können. Die Sache mit dem Rucksack war gut aber ich hätte mehr damit laufen müssen um mich daran zu gewöhnen. Ich habe gelitten und dennoch habe ich es geschafft.
Ganz nach dem Motto.
Der Schmerz geht aber der Stolz bleibt.

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